WAS DIE AUSSAGE HOCHSENSIBEL ZU SEIN MANCHMAL AUSLÖSEN KANN

Nach der Erkenntnis Hochsensibel zu sein,
habe ich damit begonnen mich selber besser zu verstehen.
Ich kann ich nun endlich meine lebenslangen Verhaltensweisen einordnen,
meine Gefühle verstehen und
mich selber anstelle von Selbstkritik,
annehmen und liebevoll motivieren.

Ich beginne also zaghaft damit zu mir zu stehen,
zu wissen was mich ausmacht,
wer ich bin.
Mich endlich einzuordnen.

Nun sollte man denken,
WIE WUNDERBAR.
Was für eine kraftvolle Entwicklung.

Das ist es auch…
dennoch lasse ich mich noch immer häufig
viel zu schnell verunsichern.

Gehe ich mit Freunden aus,
beispielsweise ins Kino,
was ja aufgrund der vielen Eindrücke
ohnehin neben aller Freude
eine Herausvorderung ist für mich
und es wird nach dem Kinobesuch fröhlich
in die Runde gefragt:
„und…was machen wir jetzt, gehen wir noch in eine Bar?“

dann fühle ich mich
VORERST NICHT MEHR SO SCHLECHT WIE FRÜHER.
Schließlich weiß ich ja jetzt,
das mir weitere Sinneseindrücke nicht so gut tun.
Weiß, dass ich eher Ruhe benötige um den Inhalt und die Eindrücke des Filmes
und des Kino-Besuches sacken zu lassen und zu verarbeiten!

Schließlich kenne ich mich nun.
Mutig sage ich dann,
NATÜRLICH ALS EINZIGE in der FRÖHLICHEN RUNDE.
Ich möchte vielleicht doch lieber nach Hause gehen.
Große Augen bei den anderen.
Wie? Warum? Es ist doch gerade sooo nett!

Dann versuche ich zu erklären,
dass mir die vielen Eindrücke des Kinos und des Filmes
ersteinmal hin reichen.
Denn ich bin HOCHSENSIBEL
und benötige viel Zeit um Sinneseindrücke
zu verarbeiten.
HURRA, ES IST RAUS, FÜR EINE SEKUNDE BIN ICH SEHR STOLZ AUF MICH.

Für eine Sekunde, denn schon höre ich Worte wie…
Du, Hochsensibel?…
… für eine Hochsensible kannst du manchmal aber sehr aufbrausend sein…
Meinst du, wir sind weniger sensibel als du?
Sag doch einfach, wenn du keine Lust mehr hast…

Schwupps, weg ist sie erstmal meine neue Selbstsicherheit
und ich komme in die altbekannte Erklärungsnot.

Natürlich, kann ich manchmal aufbrausend sein,
Hochsensibilität bedeutet ja nicht,
dass ich ärgerliche Stimmungen nicht ausdrücken kann und möchte.
Hochsensibel zu sein heißt ja nicht, sensibler als andere im herkömmlichen Sinne zu sein.

Genau darin liegt eine Schwierigkeit.

Denn wer sich noch nie mit dem Thema Hochsensibilität beschäftigt hat,
meint häufig,
hochsensible Menschen meinen sie wären sensibler und besser als sie selbst.
Sie erleben den Begriff Hochsensibilität dann erstmal als einen Angriff.
Schließlich empfinden sich die meisten Menschen zurecht ebenfalls als
zartfühlende, mitfühlende Menschen.

Nach einem Kinobesuch INS DETAIL zu gehen
und den Unterschied zwischen
sensiblen Menschen und Hochsensibilität zu erklären,
ist dann jedoch nicht immer einfach und wirkt in diesem Moment der euphorischen Freizeitstimmung,
ersteinmal fehl am Platz.
Aber das Ansprechen des Themas bietet die Möglichkeit,
ein Gespräch darüber auf einen späteren Zeitpunkt zu verlegen.

Dann kann man das Thema am rechten Ort, zur rechten Zeit erneut aufgreifen
um zukünftigen Missverständnissen entgegenzuwirken.
Damit, wenn es beim nächsten Kinobesuch wieder heißt…
„was machen wir jetzt“
alle verstehen wenn ich dann sage:
„ich möchte vielleicht doch lieber nach Hause gehen.“ 😉

Worte:© Loubins Way

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