HOCHSENSIBLER MENSCH

Ausz├╝ge meines Lebens im Zeitraffer

­čîĚ
Seit einigen wenigen Jahren wei├č ich von meiner Hochsensibilit├Ąt.
Ich unterscheide mittlerweile die Zeit, vor dem Wissen darum und die Zeit danach.
Insgesamt war es ein weiter Weg f├╝r mich, um dahin zu gelangen wo ich heute stehe.
Ich ging durch Zeiten des Unverst├Ąndnises mir selbst, sowie anderen gegen├╝ber.
Ging durch Zeiten der Selbstverleugnung, der Ablehnung meiner Selbst und der Ablehnung anderer Menschen.
­čĺÜ
Ich wurde krank, ├╝ber 20 Jahre meines Lebens fand ich keine wirkliche Linderung.
Ich erhielt unterschiedliche Diagnosen und erfuhr verschiedenste Heilungsans├Ątze.
­čîĚ
Bis zu dem Zeitpunkt, andem ich zum ersten mal das Wort Hochsensibilit├Ąt h├Ârte, versuchte ich mehr recht als schlecht in diesem meinem Leben zu bestehen.
Von Aussen betrachtet gelang mir das eigentlich sogar recht gut.
Als junge Erwachsene stand ich mitten im Leben, war beliebt, hatte einen Beruf den ich liebte, zwei wunderbare Kinder und
nun gut .. eine gescheiterte Ehe hinter mir. Aber als gute Eltern die wir blieben, war auch das nicht das Schlimmste.
Kurzum, man h├Ątte denken k├Ânnen, alles w├Ąre soweit ganz gut.
­čîĚ
DOCH DAS WAR ES NICHT!
Nicht wirklich,

nicht in der Tiefe,

nicht in meinem Herzen

und nicht in meiner Seele.

Das es sich nun, Schlussendlich doch noch alles in eine sehr positive Richtung ver├Ąndert hat, m├Âchte ich in diesem Text erz├Ąhlen.
­čĺÜ
Wie alles begann…
Mein Leben, vor der Erkenntnis Hochsensibel zu sein,
begann damit, dass ich immer wieder ├╝ber meine eigenen Verhaltensweisen sowie ├╝ber die der anderern stolperte.
­čîĚ
Aber langsam…
fange ich doch einfach mal von vorne an…
­čĺÜ
Es begann schon als ich klein war.
Erinnern kann ich mich noch daran, dass ich im Alter von 5 Jahren schon Pr├╝gel bezogen habe von gr├Â├čeren Kindergartenkindern. Diese machten sich einen Spa├č daraus, Regenw├╝rmer zu zerschneiden um zu zeigen, dass diese danach nicht gleich starben. Das war f├╝r mich so schrecklich, dass ich HALT rief und die anderen Kinder davon abhalten wollte. Meine Einw├Ąnde und meine Bitte davon abzulassen blieben leider ohne Erfolg.
Anstelle von Anerkennung f├╝r meine Empathie, fing ich mir Schl├Ąge ein. Ich war entsetzt und konnte diese unglaubliche Gewalt gegen Schw├Ąchere einfach nicht verstehen.
Ich war erschrocken, das sich diese sogar gegen mich richtete.
­čîĚ
├ähnliche Erfahrungen machte ich im jungen Schulkindalter. Mitsch├╝ler zertraten Ameisenstra├čen…und ich bezog mal wieder Pr├╝gel f├╝r den Ausdruck meiner Gef├╝hle und meiner Empathie.
Als Jugendliche ├Ąnderte ich mein Verhalten. Jungen aus der Clique, pusteten Kr├Âten auf und warfen sie in einen See…diesmal bezog ich zwar keine Pr├╝gel, ausrichten und helfen konnte ich jedoch nicht.
Voller Trauer dar├╝ber nicht helfen zu k├Ânnen
und doch auch mit einer Angst,
den anderen nun nicht mehr zu gefallen
und als uncooles Weichei zu gelten,
qu├Ąlte ich mich durch die folgenden N├Ąchte.
­čĺÜ
Auch ├╝ber meinen extrem ausgepr├Ągten Gerechtigkeitssinn bin ich ebenfalls mehrfach gestolpert.
Ich hasste Ungerechtigkeiten, setzte ich mich in der Schule vor dem Lehrer f├╝r zu unrecht behandelte Mitsch├╝ler ein, kassierte ich anstelle von Einsicht, negative Eintragungen ins Klassenbuch.

Niemand sagte, wie wunderbar mein Gerechtigkeitssinn sei, oder wie wunderbar ich mich f├╝r die Schw├Ącheren einsetzte.

Meine Auffassung von einem Leben miteinander und mein Wunsch nach Liebe und Respekt allen Lebewesen gegen├╝ber spiegelten sich in der mich umgebenen Welt nicht, wie ich es mir erhoffte wieder.
­čîĚ
Meine Werte und meine Anspr├╝che an Gemeinschaft und F├╝rsorgepflicht, fand ich in der Aussenwelt bzw. bei den mich umgebenden Mitmenschen, nur selten best├Ątigt bzw. ├Ąhnlich empfunden.
Vor allem, aber nicht nur, unter gleichaltrigen Personen.
Das lie├č mich sehr an der Annahme meiner Selbst zweifeln.
­čĺÜ
Traurig gemacht hat mich ebenfalls, dass ich mich mit meinem Fragen und Bed├╝rfnissen, nicht wirklich ernst genommen bzw. wirklich geh├Ârt gef├╝hlt habe in dieser Welt und das, trotz liebevoller Erziehung im Elternhaus.
Fragen wie:
„Wo komme ich her, wo gehe ich hin, wozu sind wir auf der Welt, was ist der Tod und warum gibt es ihn, was ist der Sinn des Lebens?“…und viele mehr iritierten die Menschen in meiner Umgebeung mehr, als das sie sie aufgriffen oder beantworteten.
Antworten wie: „ach komm, wir gehen spielen, DU bist komisch, man du nervst, weiss ich doch nicht, bist du kompliziert“usw.
lehrten mich das Schweigen.
Gelobt wurde ich f├╝r diese Fragen so gut wie nie und ich habe mich immer „anders und einsam“ gef├╝hlt.

Wie gerne h├Ątte ich einmal geh├Ârt, wie wunderbar meine Art zu f├╝hlen oder die Dinge zu hinterfragen ist.

Ich f├╝hlte mich in meinem tiefsten Inneren unverstanden und einsam. Ich begann viele Dinge und Gef├╝hle f├╝r mich zu behalten und lernte unbewusst eine Rolle zu spielen.
Eine Rolle der Person, von der ich glaubte, dass die anderen sie, genauso gerne h├Ątten.
Das ich mich dabei zu gro├čen Teilen selbst verlor, sp├╝rte ich lange Zeit nicht.
­čîĚ
Auch als Erwachsene, besonders in meinen Partnerschaften,
f├╝hlte ich mich oft unverstanden.
Da ich mich selbst nicht so annahm wie ich war, erschien mir jegliche zus├Ątziche Kritik an meiner Person als pers├Ânlicher Angriff, mit dem ich nur schwer umgehen konnte.
Ich bezog jede Sache sofort zu 100% auf mich und
f├╝hlte ich mich schnell verletzt.
Sei es durch Aussagen oder auch nur durch Blicke die ich auffing.
H├Ąufig bekam ich dann zu h├Âren, dass ich immer alles so ├╝berziehen w├╝rde.
­čĺÜ
Aus meiner Sicht f├╝hlten sich diese Dinge nicht ├ťberzogen an, sondern waren tiefer Ausdruck meines Empfindens.
Sprach ich innerhalb einer Beziehung diese meine Befindlichkeiten an,
f├╝hlte sich mein Gegen├╝ber h├Ąufig angegriffen und reagierte zum Teil sauer und w├╝tend.
F├╝r mich brach dann jedes Mal eine Welt zusammen, war mein Ansinnen doch stets nur dieses,
meine Gef├╝hle, die durch verschiedene Situationen entstanden, darzulegen.
Ich brauchte sehr lange um zu verstehen, warum mein Partner oder auch ich selber uns oft angegriffen f├╝hlten,
obwohl wir uns liebten und uns nichts Schlechtes wollten.
Ich bin ein friedliebender und harmonies├╝chtiger Mensch, dennoch verlor ich aus Hilflosigkeit manches Mal die Fassung.
­čîĚ
Auch litt ich sehr darunter, dass ich selten die treffenden Worte fand, um meinen Gef├╝hlen Ausdruck zu verleihen.
Irgendwie erschien es mir immer so, als wenn mein Partner und ich, Worte auf unterschiedliche Weise interpretieren w├╝rden.
Mir gelang es nicht oder nur Ansatzweise meine Gef├╝hle mit Worten auszudr├╝cken.
F├╝r manche Gef├╝hle fand ich kaum W├Ârter und ich war traurig, mich nicht verstanden zu f├╝hlen bzw. mitteilen zu k├Ânnen.
Manchmal weinte ich, manchmal schrie und schimpfte ich nach solchen Prozessen,
oft umgeben vom ├ärger und Unverst├Ąndnis meines Partners.
Endlosdiskussionen, mit auf beiden Seiten unbefriedigten Ergebnissen, waren h├Ąufig die Folge davon.
Wiedermal f├╝hlte ich mich in meiner Gef├╝hlswelt nicht verstanden.
­čĺÜ
Nat├╝rlich gab es Philosophen, Musiker, Maler oder Schriftsteller, die ├Ąhnliche Gef├╝hle wie ich empfanden und ausdr├╝ckten.
Dar├╝ber war ich auch sehr froh,
in meinem pers├Ânlichem Umfeld jedoch gab es leider viel zu wenige, die sich mit meiner Art zu f├╝hlen oder Dinge zu hinterfragen auseinandersetzten.
Dinge die mich besch├Ąftigten, schienen mein Umfeld einfach nicht zu interesieren.

Stets zweifelte ich aus diesem Grund an MIR.
­čîĚ
Als dann Krankheiten Teil meines Lebens wurden, sah ich keine Zusammenh├Ąnge zwischen dem Krank sein und einem sich ungeliebt f├╝hlen bzw. kaum Selbstannahme und Selbstakzeptanz zu sp├╝ren.
Auch meine Selbstverleugnung f├╝hrte ich nicht auf m├Âgliche Ursachen meiner Erkrankung hin.
­čĺÜ
Meine Reiz├╝berflutungsst├Ârung machte es mir ebenfalls nicht immer einfach.
Um Partnern oder Freunden zu gefallen, oder auch um mir selbst zu beweisen,
doch wie die anderen zu sein, habe ich h├Ąufig ├╝ber die eigenen Kr├Ąfte hinaus gelebt.
Bin an meine Grenzen gegangen um mein Gesicht zu bewahren.
Noch fehlte mir die Erkenntnis bzw.sp├Ąter auch der Mut, zu meinen ureigenen Kraftreserven und Reizgrenzen zu stehen.
­čîĚ
Dann, eines Tages, la├č ich etwas ├╝ber die Hochsensibilit├Ąt.
Ich weinte schrecklich… diesmal jedoch vor Gl├╝ck!
Dieses Wort Hochsensibilit├Ąt leitete einen Umbruch in meinem Leben ein.
­čĺÜ
Seit ich mich als hochsensibler Mensch empfinde,
gelingt es mir eigene Verhaltensweisen und Gef├╝hlslagen besser zu verstehen.
Indem ich mich selber verstehe und annehme, verhalte ich mich authentischer und betrachte viele Dinge aus neuen Blickwinkeln.

Ich fange an MEIN Leben zu leben.
­čîĚ
Auch andere Menschen und deren Verhaltensweisen zu verstehen und diese weniger zu bewerten
ist Folge meiner neuen Auseinandersetzung mit mir selbst.
Authentisch sein zu k├Ânnen, ohne mich selbst abzulehnen,
oder abgelehnt zu f├╝hlen, macht mich gl├╝cklich
und es ist pl├Âtzlich auch gar nicht mehr so schwer auszuhalten, nicht von allen Mitmenschen gemocht zu werden.
Wichtig ist doch eigentlich nur, dass ich mich selber mag. ­čśë
­čĺÜ
Besonders freue ich mich dar├╝ber, wirklich tolerant sein zu k├Ânnen,
mir selbst sowie auch anderen gegen├╝ber.
Endlich ist es ok, anders zu sein, ohne zu bewerten oder bewertet zu werden.
­čîĚ
Einen gro├čen Anteil an diesem Gl├╝cksgef├╝hl haben andere hochsensible Menschen, die ich nach der Erkenntnis selber Hohsensibel zu sein kennenlernen konnte!
Indem ich mich spiegeln durfte in diesen Mitmenschen, die mich in der Gegenwart und Realit├Ąt umgeben, indem ich endlich Wesen gefunden habe, die ├Ąhnlich f├╝hlen wie ich und in meiner Gegenwart leben, bin ich vorrangeschritten in meiner eigenen Entwicklung.
Endlich empfinde ich mich nicht mehr als Wesen von einem anderen Stern.
­čĺÜ
Dieses Gef├╝hl von Gemeinschaft, von verstanden werden mit all meinen Gef├╝hlen, hat auch den Wandel hin zur Akzeptanz f├╝r die anderen Mitmenschen eingeleitet.
Daf├╝r bin ich sehr Dankbar.
Der Wandel, aus einem Menschen, der sich die l├Ąngste Zeit seines Lebens unverstanden gef├╝hlt, ja sich sogar selbst nicht annehmen konnte,
hin zu einem Menschen der sich selber zu LIEBEN lernt, begann.
­čîĚ
Toleranz und Mitgeg├╝hl gegen├╝ber mir selbst, sowie jedem einzelnen anderem, unabh├Ąnig seiner Gef├╝hlswelt und seiner Art mit bestimmten Dingen umzugehen, wuchs in mir an.
Auch meine Krankheit betrachtete ich aus einem anderen Blickwinkel.
Mit zunehmender Selbstliebe und Selbstannahme verschwand diese immer mehr.
Nach 20 leidvollen Jahren bin ich nun fast beschwerdefrei!
­čĺÜ
Ich bin ein Mensch mit vielen positiven Attributen, ich m├Âchte mich an diesen erfreuen
und an meinen negativen Attributen m├Âchte ich weiter reifen und wachsen.
Gegenseitiges Verst├Ąndnis, vor allem auch in Beziehungen zu erlangen,
ist ein wichtiger Aspekt im Zusammenleben mit anderen.
­čîĚ
Ich bin sehr froh, dass ich nicht nur zu mir,
sondern auch zu einer wahren Akzeptanz unterschiedlicher Pers├Ânlichkeiten und Befindlichkeiten gefunden habe.
Mit Freude blicke ich auf eine Zukunft,
in der es mir m├Âglich ist, ganz dicht bei mir zu sein,
ohne mich einsam zu f├╝hlen und ohne mich zuverleugnen.
Gesund und voller Selbstliebe gehe ich einen Weg der gepflastet ist von Liebe, Akzeptanz, Annahme und Verst├Ąndnis f├╝r mich selbst und andere.
­čĺÜ

Einen Weg der Liebe von Mensch zu Mensch.

Herzlichst Loubins Way

Worte :┬ę Loubins Way

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht ver├Âffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.