HOCHSENSIBILITÄT UND ÄNGSTE

Wenn Ängste
besonders ausgeprägt sind,
längere Zeit anhalten oder immer wieder
in Panikattacken ausbrechen,
können sie das Leben der Betroffenen extrem einschränken.

Die Betroffenen sind dann häufig wie gelähmt in ihrer Angst oder auch in der Angst vor der Angst.
Gerade bei Ängsten ist es wichtig diese,
in Bezug auf sich selbst, verstehen zu lernen.

Angst ist ein Gefühl, dass sich bei vorgestellter oder tatsächlicher Gefahr einstellt.
Ein hochsensibler Mensch
kann besonders anfällig sein für Ängste oder auch Angst-Störungen.

WARUM?

Bei Ängsten spielt eine ÜBEREMPFINDLICHKEIT
in Bezug auf äußere und innere Reize, sowie das Abspeichern von alten Erfahrungen und Gefühlen
eine besondere Rolle.
Diese Tatsache stellt so manchen hochsensiblen Menschen vor besondere Herausforderungen,
denn viele von ihnen nehmen jede noch so kleine Veränderung,
im Inneren sowie im Außen mit einer hohen Aufmerksamkeit wahr.

Schon kleinste Veränderungen im Leben können dabei eine innere Anspannung auslösen und Verspannungen und Verkrampfungen entstehen lassen, sowie
Atemnot und Ängste entfachen.

Manche Veränderungen oder bestimmte,
im Außen nicht unbedingt als gefährlich einzustufende Auslöser
und Situationen
lösen bei vielen Hochsensiblen oft unbewusst starke Empfindungen aus,
die bis hin zur Angst und Panik führen können.

Situationen, Veränderungen sowie die darauffolgenden
Empfindungen,
werden häufig überwiegend SUBJEKTIV bewertet.
Eine gewisse nötige Objektivität steht dabei erst einmal hinten an.

Das extreme und vorschnelle subjektive Bewerten von Empfindungen kann zu einer einseitigen
ÜBERBEWERTUNG der Situationen oder der Gefühle führen.

Ein kurzes Beispiel:
Eine schon vorhandene allgemeine Angst vor Krankheiten, kann
bei einer hochsensiblen Person besonders schnell zu übersteigerten Ängsten führen,
da diese ihren Fokus häufig ausschließlich auf
„darauf hinweisende“
Aspekte richtet.

Hustet man beispielsweise etwas heftiger als gewohnt
und ist gerade sensibilisiert in Bezug auf das Thema Krankheit,
kann ein hochsensibler Mensch schnell in eine ÜBERSTEIGERTE Angst verfallen.

Während so mancher Mensch über ein solches,
etwas stärkeres Hüsteln hinweg sehen würde,
entstehen bei dem ein oder anderen hochsensiblen Menschen
Gedanken und Ängste wie…
„diesmal ist es etwas Schlimmes… ganz bestimmt…“

Der Fokus der Bewertung geht sofort in eine ausschließlich negative und angsteinflößende Richtung, wobei dies meist völlig unbewusst geschieht.
Negative Erwartungshaltungen gepaart mit fest verankerten alten Mustern im Gehirn,
lassen dann kaum noch Objektivität oder auch Vertrauen zu.

Die Gefühle und Ängste, die bei solch angstauslösenden Betrachtungsweisen oder auch Erlebnissen entstehen,
werden oft als wahr empfunden und
brennen sich bei vielen hochsensiblen Menschen häufig sehr schnell und sehr TIEF im Gedächtnis ein.
Dort sind sie dann fest verankert und
von der kleinsten Kleinigkeit ausgelöst,
wieder abrufbar.

Das tiefe Einbrennen einseitiger Betrachtungsweisen von Gefühlen und Erlebnissen
kann ein erneutes negatives angst- und panikauslösendes Empfinden beschleunigen.

Hat man zum Beispiel den Husten überlebt… 😉
heißt das für viele Hochsensible nicht,
dass bei der nächsten Herausforderung, Veränderung oder dem nächsten Husten,
an das Gefühl der Gesundung oder anderen positiven Erfahrungen einfach angeknüpft wird.

Viel zu tief sind viele subjektiv empfundene Ängste und Vorstellungen im Gehirn verankert
und so kann es sein, dass
bei einem hochsensiblen Menschen, trotz der bisher nicht eingetroffenen negativen Erwartungen,
altgewohnte Ängste
schon beim Nächsten leichten Hüsteln wieder präsent sind.

Es ist wichtig bestimmte Hintergründe zu verstehen, um mit den eigenen Ängsten umgehen zu lernen.
Aufgrund dessen ist es gut zu wissen,
dass eine permanente Reizüberflutung
und
eine verstärkte sensible und sensitive Aufnahme von inneren und äußeren Gegebenheiten, sich
verstärkend auf Ängste auswirken kann.

VERÄNDERUNGEN JEDER ART WERDEN VON VIELEN HOCHSENSIBLE MENSCHEN SCHNELL ALS GEFÄHRLICH INTERPRETIERT

🦁🐅🐻🔥
Vor Tausenden von Jahren war ein sensitives, schnelles Wahrnehmen von Veränderungen und ein entsprechend schnelles Handeln, überlebenswichtig.
Doch jenes Wahrnehmen welches uns vor tausenden von Jahren das Leben rettete,
treibt heutzutage den einen oder anderen in verstärkte Ängste.

DIE EIGENE BEWERTUNG SPIELT EINE GROSSE ROLLE

Zu erkennen, dass das Muster der starken sensitiven Empfindungen ursprünglich etwas Positives,
Bestärkendes,
Kräftigendes und
Überlebenswichtiges war,
ebnet vielleicht schon einmal den Boden dafür,
zukünftig
beginnende Ängste anders zu bewerten
und Ur-Instinkte umzulenken.
🦕🦖🦕

Des Weiteren gehen viele Ängste durch eine ständige erhöhte Aufmerksamkeit einher.

Hochsensible Menschen sind häufig extrem aufmerksam in allen Bereichen ihres Lebens,
sowie vieler körperliche Empfindungen.
Eine daraus resultierende Grundanspannung macht häufig enormen Stress,
die Nerven sind zum Zerreißen gespannt.
Der Boden für weitere Ängste ist geebnet.

Die Kombination aus einem hohen Stresspegel,
aufgrund einer ständig erhöhten Aufmerksamkeit, sowie der sehr subjektiven Wahrnehmung und Interpretation von Geschehnissen, kann angstfördernd sein.

WAS KANN MAN TUN…

damit man in bestimmten Situationen weniger schnell in eine überzogene Angst oder gar langfristig in eine Angst- und Panikstörung gerät?

🌟 Sich bewusst werden, dass man als hochsensibler Mensch eine hohe intensive Wahrnehmung hat,
die alleine für sich stehend,
schon stressauslösend und angstfördernd sein kann.

🌟 Sich bewusst werden, dass einem eventuell ein Schutzschild für das Wegfiltern von inneren und
äußeren Reizen fehlt.

🌟 Sich bewusst werden, dass eine permanente Reizüberflutung viel Stress auslösen kann und
Ängste durch das angehobene Stresslevel verstärkt werden können.

🌟 Sich in Erinnerung rufen, dass das extrem sensitive und vorausschauende Fühlen etwas Überlebenswichtiges war
und in der heutigen Zeit anders kanalisiert werden kann.

🌟 Sich eine gewisse Objektivität neben dem hohen subjektiven Empfinden zu bewahren.

🌟 Äußere Reize erst einmal als reine Lebensreize zu empfinden und diese nicht gleich zu
bewerten bzw. überzubewerten.

🌟 Äußere Reize schon während des Tagesablaufes so gut es geht zu reduzieren oder zu kanalisieren.

🌟 Seinen persönlichen individuellen Kraft-Haushalt für sich herauszufinden.

🌟 Sich immer wieder daran zu erinnern, dass manch wahrgenommene Veränderung oder
Situation an sich nicht gefährlich sein muss,
sondern das es häufig die eigene Betrachtungsweise bzw. Reaktion
auf bestimmte Dinge ist,
die zu Ängsten führen kann.

🌟 Darauf achten, dass subjektive und objektive Bewertungen sich die Waage halten.

WAS MAN EHER NICHT TUN SOLLTE

🤔 Sich durch Rückzug angstauslösenden Reizen zu entziehen.

Das Ziel sollte also möglichst NICHT sein,
Reizen zu entgehen,
sondern dahin gehen,
sich selbst besser zu verstehen, sowie ein Verständnis dahingehend zu erlangen,
dass Ängste bei hochsensiblen Menschen häufig durch eine extreme Betrachtungsweise
bestimmter Situationen,Gefühle,
sowie durch zuviele Reize oder Überstimulationen entstehen bzw. verstärkt werden können.

🤔 In einen Automatismus verfallen.

Ein möglicher Automatismus, sollte möglichst durch VERSTÄNDNIS für SICH SELBST
und einer ANNAHME seiner SELBST, durchbrochen werden.

Indem man sich selbst besser versteht, gelingt es einem vielleicht auch,
bestimmte Ängste besser verstehen.
Dieses Verständnis führt dann wiederum,
eventuell zu einer Erleichterung,
sowie einer Veränderung des eigenen Fühlens und Verhaltens in Bezug auf die eigenen Ängste.

Vielleicht fühlt sich ja der ein oder andere Leser
durch diesen Beitrag dazu inspiriert,
(s)eine eigene eventuelle Anfälligkeit im Bezug auf extreme Ängste oder auch Angststörungen, noch einmal unter den genannten Blickpunkten neu zu betrachten oder eventuell auch in einer Therapie mit einzubeziehen.

© Loubins Way

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