SEHNSUCHT danach…
verstanden zu werden ohne Worte

Über viele Jahre meines Lebens habe ich nicht verstanden,
warum ich oft auf irgendeine Art und Weise traurig war, bzw. mich innerlich einsam fühlte, selbst wenn ich in Gegenwart anderer Menschen einen positiven Austausch erlebte.

Ich habe über viele Jahre meines Lebens nicht wirklich verstanden,
warum ich tief in mir so ein Gefühl von innerer Einsamkeit trug,
obwohl ich eine liebenswerte Beziehung zu meiner Familie habe, sowie viele Kontakte zu offenen und herzlichen Mitmenschen.

Das Gefühl von innerer Einsamkeit entstand dabei häufig unabhängig davon, ob mich
im Zusammensein mit anderen z.b.
Gespräche von der Thematik her eher interessiert oder gelangweilt haben
oder ob die Menschen um mich herum liebenswert oder mürrisch waren.

Hätte ich mich gelangweilt oder die Menschen um mich herum wären mürrisch oder lieblos gewesen,
wäre es mir ja sogar noch plausibel erschienen, dass ich mich auf eine gewisse Art und Weise einsam fühlte.
Es wäre schnell klar und nachvollziehbar gewesen, dass ich mich dadurch eben nicht… im Wohlgefühl und angekommen.
sondern eher einsam gefühlt hätte.

Dass ich jedoch dieses beinahe undefinierbare Gefühl von innerer Einsamkeit häufig auch in mir trug,
wenn ich mit liebenswerten Menschen zusammen war oder interessante Themen besprochen wurden,
machte mich stutzig und ich konnte es mir über lange Zeit nicht erklären warum ich so empfand.

In der Natur und im Zusammensein mit Tieren hingegen, oder auch wenn ich allein war, fühlte ich mich innerlich nie einsam.
Dort fühlte ich mich fast immer ausgefüllt, ausgeglichen, angekommen und war mir selbst dabei ganz nah.

Ein solches Gefühl von „ganz nah bei mir“ zu sein, mich nicht einsam zu fühlen, obwohl kein Mensch da war, der Zeit mit mir verbrachte sowie Worte austauschte mit mir, stand im krassen Gegensatz zu dem Einsamkeitsgefühl, welches ich unter manchen Menschen hatte.

Was also… löste ein solches Einsamkeitsgefühl… in mir aus?
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Je mehr ich mich, nachdem ich von meiner Hochsensibilität erfahren hatte
selbst verstehen lernte,
umso mehr begann ich auch zu fühlen und zu verstehen,
was mir selber wichtig war und was mir
im Zusammensein mit vielen Menschen fehlte.

In fast allen Zusammentreffen oder Gesprächen in denen ich mich innerlich einsam fühlte, war es eine bestimmte EBENE,
die kaum oder gar nicht berührt wurde,
ganz unabhängig davon wie spannend die Thematik an sich oder wie aufgeschlossen und liebevoll die beteiligten Personen waren.

Mittlerweile habe ich für mich wahrgenommen und verstanden, dass es eine Ebene gibt
die einen ganz großen Teil meines Lebens und meiner Bedürfnisse als hochsensible Person unter Mitmenschen ausmacht…

Die Gefühlsebene

Doch genau diese für mein subjektives Empfinden so überlebenswichtige Gefühlsebene, in all ihrer vielschichtigen Tiefe,
entsteht in der von mir gewünschten Form, nur selten im Zusammensein mit Mit-Menschen.

Damit möchte ich niemanden absprechen,
dass es nicht eine gelebte Gefühlsebene im alltäglichen Umgang der Menschen miteinander gibt,
aber mir als hochsensibler Mensch
ist die Gefühlsebene (in der Form wie sie von mir und vielen Hochsensiblen empfunden wird)
von so enormer Bedeutung,
das Bedürfnis danach so extrem hoch,
dass es sich, von den Bedürfnissen vieler Mitmenschen unterscheidet.

Ich möchte mit diesen Worten ebenfalls NICHT ausdrücken, dass manche Mitmenschen weniger fühlen!!!!!!!!

Ich möchte damit lediglich verständlich machen,
dass mir und vielen weiteren hochsensiblen Menschen über die gewohnte Alltagskommunikation hinaus
ein gegenseitiges Wahrnehmen, Berühren und Verstehen auf der Gefühlsebene sehr wichtig ist.
Ich möchte ausdrücken, dass ich mich als hochsensibler Mensch gerne auch mal detailliert und intensiv austausche, besonders über persönliche Erfahrungen und Gefühle und mich im Smalltalk Bereich weniger gerne bewege. Mein Interesse bezieht sich häufig eher auf die innere Welt der Mit-Menschen.

Das schließt ein wahres, gefühlvolles, echtes Interesse untereinander und aneinander mit ein.

Ein solches Interesse kann schon ein ehrlich gemeintes…
Wie geht es dir?… anstelle von einem… na alles gut?… sein.

Es kann ein kurzer Blick sein,
den ich auffange von jemandem der bemerkt, dass mich etwas bewegt und mir dies durch den Blick signalisiert.

Es kann ein stummer Händedruck, ein Lächeln, ein gemeinsames Schweigen sein….
welches in mir ein Gefühl von zu Hause angekommen sein auslöst.

DAS GEFÜHL VON… ZU HAUSE ANGEKOMMEN ZU SEIN,
IST EIN GEFÜHL…
AUF MEINER GEFÜHLSEBENE BERÜHRT UND VERSTANDEN ZU WERDEN

Ohne große Gesten ohne großes Tohuwabohu…
Einfach gespürt werden
Einfach tiefschichtig wahrgenommen werden
Ohne Worte benutzen zu müssen

Genau danach habe ich eine große SEHNSUCHT

Seitdem ich das verstanden habe, suche ich gezielt nach Menschen mit denen ich diese Ebene teilen kann.

Unter anderem beim hochsensiblen Stammtisch, in unterschiedlichen Foren über Hochsensibiliät und mehr…
Im Zusammensein mit diesen Menschen fühle mich innerlich ein Stück weit zu Hause und auf meiner Gefühlsebene verstanden.

Seitdem ich Menschen auf dieser mir wichtigen Gefühlsebene begegne, wächst meine Selbstannahme, mein Verständnis und mein Vertrauen in mich selbst und ich kann mich auch den übrigen Mitmenschen gegenüber sehr viel authentischer mitteilen.

Über das authentische Mitteilen ist so manches wertvolle Gespräch entstanden, in der Familie, unter Freunden, Kollegen und und und, welches ein gegenseitiges Verständnis, manches AHA…Erlebnis und viel zwischenmenschliche Wärme entstehen ließ.

Dafür bin ich sehr dankbar

Denn ein erfüllendes, verständnisvolles Miteinander ist etwas ganz Wunderbares.

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Danke liebe Natur
Danke ihr lieben Tiere
die ihr mich mein Leben lang begleitet und mir dieses Gefühl von nach Hause kommen von jeher geschenkt habt

Danke an alle diejenigen Menschen,
die ähnlich fühlen

Danke an alle diejenigen,
die diese Zeilen lesen und ihnen nachspüren

Danke an alle diejenigen,
die mich nicht bewerten aufgrund dessen,
dass mir persönlich die Gefühlsebene als existenziell wichtig erscheint

Danke an alle diejenigen,
die auch wenn sie es nicht nachvollziehen können was genau ich meine und fühle,
dennoch respektvoll mit mir umgehen

 

 

 

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