DIE BRÜCKE

Mein Rückblick und meine Erkenntnis auf meiner Reise als hochsensibler Mensch, weg von meinem inneren Selbst und wieder zurück.

Viele Jahre meines Lebens ging ich auf eine Reise in eine Richtung, weit weg von mir selbst.

Gemessen habe ich mich in Bezug auf meine Gefühle,
von Kindheit an
an den Menschen, die mich umgeben haben.
Dazu gehört meine engste Familie, meine Verwandten, Bekannten, meine Lehrer, Chefs, Kollegen und viele mehr.

Bedauerlicherweise konnte ich mich über all die vielen Jahre kaum in jemandem SPIEGELN
und fühlte mich dadurch mit meinen Gefühlen und meinen Empfindungen
ziemlich alleine.

Irgendwie,
aus irgendeinem Grund gab ich MIR
die Schuld daran, anders zu sein als viele andere.

Und so KRITISIERTE ich NIEMALS die ANDEREN,
sondern suchte von jeher eine Schuld bei mir.

Eine „Schuld“…
wenn ich das Wort hier so schreibe…
frage ich mich sofort… welche Schuld eigentlich…?

Und doch habe ich meine Gefühle, mein Anderssein, fast immer als
meine Schuld wahrgenommen.

Habe mir selbst Vorwürfe gemacht,
dass ich zu sensibel,
zu nervig, zu unkonzentriert, zu empfindlich,
viel zu schnell betroffen oder weinerlich
oder eben auch mal, aus einer Hilflosigkeit heraus,
zu laut war.

Habe mir selbst Vorwürfe gemacht, anders zu fühlen als viele andere…
Es gab kaum Momente, an denen ich nicht dachte,
dass MIT MIR etwas NICHT RICHTIG ist.

Irgendwann kam ich tatsächlich an einen Punkt, an dem ich von mir selber glaubte, ICH wäre irgendwie KOMISCH.
Ich maß mich ständig an anderen und fand mich nur allzu selten in ihnen wieder.
Das stärkte meinen Selbstwert natürlich nicht wirklich.

Und so VERLOR ich nach und nach und Stück für Stück den ZUGANG und das GEFÜHL für MICH SELBST.
Fühlte mich Stück für Stück immer einsamer
und wusste doch niemals so richtig einzuordnen warum.

Um dieses Gefühl zu kompensieren, begab ich mich noch mehr
und unter noch mehr Anstrengung, in die Welt der mich umgebenden Menschen.

Verleugnete dabei zu häufig meine eigenen Wesens Anteile und Gefühle.
Ging wieder und wieder über meine eigenen Grenzen hinaus
und richtete mich so ein,
dass ich mein Leben irgendwann so lebte,
wie ich es im Außen nur allzu oft beobachten konnte.

Nun belächelte mich kaum noch jemand, und kaum noch jemand war ungeduldig oder genervt von mir.
Niemand fühlte sich mehr gestört von mir… denn ich stellte sie nicht mehr,
die Fragen die mich berührten, die
jedoch kaum jemanden zu interessieren schienen.

SO HATTE ICH ZWAR FRIEDEN IM AUSSEN DOCH DER FRIEDEN IN MIR KEHRTE NICHT EIN.

Meine innere Verzweiflung über den VERLUST MEINER SELBST, war spürbar in mir und doch konnte ich nicht richtig greifen, was mich eigentlich so traurig und einsam sein ließ. (trotz des „normalen“ Lebens welches ich zwischenzeitlich führte und von dem ich irgendwann sogar glaubte, dass es mir entspricht.)

Es gab dann Zeiten, nachdem ich begann mich zu verleugnen,
in denen ich ab einem bestimmten Punkt selber glaubte, dass ich tatsächlich
der Mensch war, den ich der Welt
präsentierte.

Doch in Wirklichkeit war ich MEILENWEIT ENTFERNT von MIR.

ICH HATTE ÜBER ALL DIE LANGEN JAHRE EINE BRÜCKE GEBAUT… über die ich dann gegangen war.

Eine Brücke…
die hinführte in ein Leben…
von dem ich glaubte, dass das Leben so zu sein hat.

EINE BRÜCKE DIE WEG FÜHRTE VON MIR SELBST…

Irgendwann jedoch begannen meine inneren wahren Gefühle sich wieder zu zeigen und
wurden lauter und lauter in mir.
Je lauter meine wahren Gefühle in mir wurden,
umso weniger konnte ich ab einem bestimmten Zeitpunkt kompensieren,
meine wahren Wesens Anteile
nicht zu leben… nicht zu lieben.

So konnte es nicht weitergehen, ich wollte aufhören damit
mich zu kritisieren für das was mich ausmachte, wollte aufhören damit,
eine Rolle zu spielen in einem Leben, welches sich nicht mehr anfühlte wie das Meinige.

So begab ich mich auf die Suche
NACH DEM VERLORENEN in mir.

Ich erinnerte mich daran, dass es Zeiten gab in denen ich noch an mich glaubte,
in denen ich noch wusste wo meine Heimat ist,
wo mein Zuhause ist,
wo meine Ruhe,
meine Quelle,
meine Liebe ist.

Ich erinnerte mich daran, dass ich EINE BRÜCKE überquert hatte, deren Richtung MEINEM WEG nicht wirklich entsprach
und so beschloss ich, die Reise ZURÜCK zu MEINEM URSPRUNG zu meinem INNEREN SELBST zu beginnen.

Da die Brücke über die ich gegangen war und der sich daran anschließende Weg, mich jedoch schon weit von mir selbst entfernt hatten, dauerte es eine lange Zeit, bis ich mir selber wirklich wieder nahe kam.

Bis ich endlich aufhörte, mich selbst dafür zu kritisieren,
dass ich anders und intensiver fühlte als viele andere.
Es dauerte eine lange Zeit
und es waren auch viele Veränderungen nötig, bis eine Art FRIEDEN in mir einkehrte.
Doch je näher ich mir kam,
je mehr ich zu mir stand, umso mehr breitete sich der Frieden in mir aus.

In dem Moment des Friedens verstand ich, dass alles in Ordnung ist mit mir und an mir, ganz genau so wie ich bin.
Ich verstand, das alles sein darf wie es ist.

Im Moment des inneren Friedens fand ich mich plötzlich auf, der für mich richtigen Seite, der Brücke wieder.
Es war, als dürfte ich noch einmal zurück auf Start gehen.

Eine neue Chance für mich.
Ich danke der Brücke und dem bisherigen Weg, der sich in dieser Richtung anschloss,
für alle Erfahrungen die ich sammeln durfte.

Ich danke diesem Weg für alle Bequemlichkeiten und Unbequemlichkeiten, für Freud und Leid und alle Gefühle,
die mich allesamt REICH machten an ERFAHRUNG.

Über diesen Weg habe ich verstanden, dass ich sein darf wie ich bin,
dass es okay ist wie ich bin,
dass es wichtig ist für mich, mich selber anzunehmen und zu lieben.

Ich habe erfahren, dass unabhängig davon ob ich mich in vielen Menschen spiegele oder eben nicht, ich die Chance habe
MICH SELBER WICHTIG zu nehmen
und ein für mich passendes Leben zu leben.

Nun hier am Ort meines inneren Friedens
trage ich diese Erfahrungen in meinem Herzen, mit auf meinen Weg in meine Zukunft.

In welche Richtung er auch immer gehen mag,
es wird MEIN WEG sein.
Unabhängig davon wo er mich hinführt, gehe ich ihn nicht mehr alleine,
denn ich habe das VERLORENE GEFUNDEN.

ICH HABE MICH GEFUNDEN

Was kann es Schöneres geben

© Loubins Way

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