WARUM BIN ICH MANCHMAL ERSCHÖPFTER ALS MANCH ANDERER?

Warum es wichtig ist, sich nicht unverhältnismäßig an anderen zu messen,
sondern die eigene individuelle Wahrnehmung zu entdecken und anzunehmen

🏃‍♀️🏃‍♂️🤸😴💤🤦‍♀️🤦‍♂️
Viele hochsensible Menschen messen sich im Alltag oder im Beruf oft
an anderen und fühlen sich dann, im direkten Vergleich häufig als nicht stark oder belastbar genug.
Ein Beispiel anhand eines Computerspieles

Vorwort:
Das leichtere Level in Bezug auf nichthochsensible Menschen in diesem Beispiel
soll NICHT bedeuten,
dass diese es im Leben leichter haben.
Es soll nur aufzeigen,
dass durch die vermehrten und verstärkten SINNESEINDRÜCKE bei einem ähnlichen Lebenslevel…
die hochsensible Person ZUSÄTZLICH gefordert oder auch belastet ist.

Ich bitte aus diesem Grund alle Mitmenschen
die nicht hochsensibel sind,
dieses Beispiel unter dem genannten Augenmerk zu betrachten.
Es soll lediglich veranschaulichen,
dass eine reizüberflutete Sinneswahrnehmung den Alltag zusätzlich erschweren kann.

Immer wieder (über)fordern sich Menschen die hochsensibel sind,
weil sie sich an vielen ihrer Mitmenschen messen.
Sie vergessen dabei oft,
dass für nichthochsensible Menschen und hochsensible Menschen durch die unterschiedliche Aufnahme von Reizen im Gehirn
UNTERSCHIEDLICHE Bedingungen gelten.

Ein Mensch der hochsensibel ist,
ist ständig mit allen Sinnen auf Empfang eingestellt.
Vieles von dem, was ein hochsensibler Mensch aufnimmt und was dann vom Gehirn verarbeitet bzw kompensiert werden muss, bekommt
ein nichthochsensibler Mensch im Alltag kaum
oder nur unbewusst mit.

Das kann eine grelle Beleuchtung beim Einkaufen sein,
das ständige kaum hörbare Summen des Druckers im Büro
oder auch Stimmungen von Mitmenschen,
die aufgefangen werden… sowie vieles mehr.

Solche zusätzlichen vom Gehirn aufgenommenen Wahrnehmungen wirken sich meist stressauslösend aus und bedürfen einem höheren Energieaufwand. Ein erhöhtes Ruhebedürfnis ist dann häufig die Folge.

Da sich viele hochsensible Menschen diesen UNTERSCHIED der WAHRNEHMUNGEN jedoch nur selten bewusst machen, kann es durch Vergleiche zu den Mitmenschen
zu Missverständnissen oder auch unrealistischen Bewertungen sich selbst gegenüber kommen.

Man kann sich die mögliche Diskrepanz in einem Vergleich
unter falschen Voraussetzungen zu einem Mitmenschen
in etwa wie bei diesem Beispiel anhand
eines Computerspiels vorstellen.
🎮🖥️🎮

Nehmen wir einmal an…
zwei Menschen bekommen ein Computerspiel mit jeweils drei unterschiedlichen Spiel-Leveln zugeteilt.
Beide gehen davon aus
dass die SPIELE den GLEICHEN INHALT haben.

Bei dem einen Spiel jedoch wird bei allen drei Leveln ein LEICHTERER SPIELMODUS gewählt,
bei dem anderen bei alle 3 Leveln ein SCHWERER.

Person 1= nicht-Hsp spielt alle drei Level in einem sich steigernden, aber insgesamt eher leichterem Spielmodus
Person 2= Hsp spielt alle drei Level in einem sich steigernden, aber insgesamt eher schwereren Spielmodus

Spielt nun Person 1
die drei Level ihres Spiels,
hat dabei evtl. schon nach kurzer Zeit den Dreh raus…
und äußert Person zwei gegenüber…
schau mal… ich bin schon bei Level 3…

… fühlt sich Person 2 wahrscheinlich nicht gut,
da sie sich eventuell noch mit Level 1 oder 2 beschäftigt.
Sie ist sich ja nicht bewusst,
dass der Spielmodus von Person 1 eine ganz anderer,
in diesem Fall ein „LEICHTERER“ ist.

Person 2 wird sich nun eventuell, da sie ja denkt,
dass beide Personen das gleiche Spiel spielen,
wahrscheinlich mit Person 1 vergleichen und sich im unmittelbaren Vergleich dabei eher schlecht fühlen.

Als Folge davon
wird sie sich selbst vielleicht sogar weniger wertschätzen
oder ein ungutes Gefühl in sich tragen.
Mit großer Wahrscheinlichkeit wird sie dann noch mehr Energie und Kraft in die Ausführung der 3 Level stecken,
denn aus ihrer Sicht ist sie ja,
gemessen an Person 1, viel langsamer und weniger leistungsstark.

Sie wird sich eventuell noch mehr anstrengen um mitzuhalten,
dabei jedoch wiederum noch mehr Kraft
benötigen und investieren.
Im Anschluss daran wird sie wahrscheinlich noch erschöpfter,
sowie vielleicht auch noch kritischer sich selbst gegenüber sein.

VERSTEHEN UND ANNEHMEN DER EIGENEN WAHRNEHMUNGEN, GRENZEN UND STÄRKEN um DAS EIGENE POTENZIAL LEBEN ZU KÖNNEN

Fazit:
Hochsensible Menschen erleben wie eben schon genannt,
häufig zusätzlich zum Alltagsgeschehen durch die stark ausgeprägten Sinneswahrnehmungen, einen enormen ständigen Input von Informationen aller Art.
Es ist wichtig, sich dies immer wieder einmal bewusst zu machen,
um sich anstelle von einem Vergleich zu den Mitmenschen,
selber besser kennenzulernen,
die eigenen Bedürfnisse und Fähigkeiten zu entdecken,
sowie diese im positiven Sinne anzunehmen und in das Leben zu integrieren.

Es ist sinnvoll,
sich immer wieder daran zu erinnern,
dass diese verstärkten Sinneswahrnehmungen kompensiert werden möchten,
damit der eigene Kraft- und Gefühlshaushalt
ins Gleichgewicht gelangen kann.

Ist man im Gleichgewicht,
wirkt sich das auf die innere Ausgeglichenheit, sowie auch auf die Leistungsstärke aus und lässt einen sich selbst gegenüber,
die so wichtige Wertschätzung entgegenbringen.

Die eigene individuelle Wahrnehmung verstehen zu lernen,
zu erkennen,
warum man vielleicht viel öfter erschöpft ist als so manch anderer, kann dann dazu führen,
gut für sich selbst zu sorgen
und sich nicht mehr unter falschen Voraussetzungen
an Anderen zu messen.

An sich selbst gemessen kann dann Annahme, Wertschätzung und Wachstum entstehen.

© Loubins Way​​