Hochsensibilität
Ein paar persönliche Worte über
ERKENNTNISSE, GLÜCK und HERAUSFORDERUNGEN

🍀
Ich bin so unendlich dankbar dafür,
dass ich mich,
als ich vor einigen Jahren zum ersten Mal etwas über die Hochsensibilität las, schon während des Lesens,
in dem Begriff Hochsensibilität gespiegelt sehen konnte.
Ich hatte das Gefühl, als wäre beinahe jedes Wort für mich persönlich geschrieben und spräche von mir.
Plötzlich konnte ich mich irgendwo zuordnen…
und ich,
die ich mich manchmal, trotz liebenswerter Kontakte,
haltlos und indirekt auch einsam gefühlt hatte in dieser Welt, begann mich plötzlich zu spiegeln in ihr.
Was für ein ungewohntes und doch wunderbares Gefühl…

Ich weinte Tränen der Freude…
weil ich erkennen durfte, dass ich kein Wesen von einem anderen Stern war…
weil ich begann, eigene Verhaltensweisen nachvollziehen zu können…
weil ich viele meiner Reaktionen, die sich so häufig unterschieden von so vielen meiner Mitmenschen, endlich einordnen konnte…
weil ich anfing zu ahnen, warum ich mich so oft einsam fühlte unter den Menschen…
weil aus einem jahrelangen Gefühl von „Ich bin“ ein „Wir sind“ werden durfte…
und noch vieles vieles mehr…

Das waren sehr bewegende Momente, die ich nie vergessen werde,
denn zuvor in meinem Leben, fühlte ich mich viel zu häufig eigentlich eher missverstanden (vor allem was die Welt meiner vielschichtigen und tiefen Emotionen betraf).
Auch konnte ich oft vieles von dem, was um mich herum geschah, nicht wirklich nachvollziehen.

🌸

Das Thema Hochsensibilität ließ mich nicht mehr los und so beschäftigte ich mich mit viel Interesse und Freude weiterhin damit,
sowie im Umkehrschluss natürlich auch mit mir als Person
und nahm mich dabei als hochsensitiven bzw hochsensiblen Menschen wahr.

Hochsensibel zu sein… schon alleine das Wort klang so anders und so viel wertschätzender als das, was ich von Anderen in Bezug auf mein Temperament so oft zu hören bekam oder was mein innerer Kritiker mir bisher oft zuflüsterte.

Es klang so viel schöner und warmherziger als…
du bis anders
du bist komisch
du bist überempfindlich
du bist arrogant
du bist zu weich
du bist anstrengend…
und was mir sonst noch so alles entgegen schlug,
wenn es darum ging, mein Temperament zu beschreiben.

ZUVOR…

In der Zeit,
bevor ich etwas über meine Hochsensibilität wusste,
hatte ich mich in meinem Leben eigentlich ganz gut eingerichtet, es gab viele glückliche Momente
und doch
trug ich über viele Jahre ein kaum zu definierendes Gefühl von… noch nicht wirklich angekommen zu sein… in mir.
Nicht angekommen bei mir selbst und auch nicht auf dieser Welt, obwohl ich wie schon gesagt, insgesamt recht glücklich war.

Mit den neu erlangten Erkenntnissen erschien vieles jedoch plötzlich in einem anderen Licht und einzelne Puzzleteile fügten sich nach und nach zu einem Bild zusammen.
So nahm ich unter anderem wahr, dass noch vieles in mir entdeckt, verändert und gelebt werden mochte
bzw. es noch vieles in mir gibt, was bisher verschüttet, verleugnet oder vergessen schien.

Ich begann
mich immer besser selber zu verstehen und anzunehmen, mit all dem was mich ausmachte.
Über das wachsende Verständnis für mich selbst, wuchs auf sanfte Art und Weise mehr und mehr auch die Selbstliebe in mir heran.
Ich hörte auf, mich ständig mit anderen zu vergleichen oder auch zu kritisieren und begann mich anzuerkennen und wertzuschätzen.
Mit wachsendem Selbstwert und Verständnis für mich selbst,
nahm ich nach und nach auch immer mehr wahr,
was mir wirklich entsprach oder wo ich mich zuvor im Leben ein Stück weit verleugnet oder eingerichtet hatte, um nicht aufzufallen oder zu gefallen
oder weil es zu diesem Zeitpunkt einfach für mich in Ordnung schien.
Stück für Stück lernte ich mich besser kennen und der Wunsch in mir, nach einem authentischen Leben oder Ausdruck, wurde immer größer.

HERAUSFORDERUNGEN

Mich selber in einem anderen Licht zu sehen, mich neu zu entdecken,
den Wunsch zu verspüren, mein wahres Ich zu leben und insgesamt so authentisch wie möglich zu sein,
ging mit einigen Herausforderungen einher.

Ich betrachtete mein Umfeld,
ja auch meine Freunde, meine Beziehung, meinen Beruf, meine Familie und vieles mehr aus einem anderen Blickwinkel. Dabei machte mich manches davon weiterhin glücklich und zufrieden, manches jedoch verlangte nach Veränderung.
Das wiederum brachte die ein oder andere Herausforderungen mit sich, denn einen Job, indem man sich vielleicht nicht so wohl fühlt, legt man nicht einfach so ab,
genauso wie andere Dinge, die man verändern möchte, nicht immer so leicht von der Hand gehen.

Und auch mein Umfeld nahm die Veränderungen im mir wahr.
Manche haben sie als positiv empfunden, mich unterstützt und begleitet,
manchen jedoch war sie unangenehm, denn eine Veränderung hin zu sich selbst, heißt ja manchmal auch, ein Stück weit loszulassen von etwas anderem.
Der Satz…. du bist aber egoistisch geworden… begegnete mir in dieser Zeit oft.
Doch ein… gut für sich selber sorgen… heißt im Umkehrschluss nicht… egoistisch zu sein, sondern nur, dass Prioritäten anders gesetzt werden.

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Welche Herausforderung mir seither jedoch auch immer begegnete,
mein gewachsenes Selbstwertgefühl, meine wachsende Empathie mir selbst gegenüber und auch die Gabe in mir, auf sanfte Art und Weise wohlwollend mit mir selbst, sowie mit meinen Mitmenschen umzugehen, lies mich den meisten Herausforderungen mit Zuversicht und Vertrauen entgegentreten.

Meine wachsende Zuversicht war und ist zum großen Teil darin begründet,
dass ich zu meiner INNEREN MITTE zurück gefunden habe.
Ich habe ein Gespür dafür entwickelt, was mir wirklich entspricht und was ich wirklich möchte oder eben auch nicht.
Ich wage immer öfter authentisch zu sein und meine eigene Bedürfnisse in den Raum zu stellen.
Ich wage neue Wege zu gehen, ohne dabei die Empathie auch anderen gegenüber zu verlieren.

Die alten Ängste von früher,
von den anderen deshalb vielleicht nicht gemocht zu werden oder als „anders als die anderen“ wahrgenommen zu werden, verschwinden immer mehr.

Und so schließe ich diesen kurzen persönlichen Beitrag mit den Worten…
ICH BIN GLÜCKLICH HOCHSENSIBEL,
ganz unabhängig von den Herausforderungen, die das Leben so mit sich bringen kann.

Ich wünsche jedem Menschen, dass er in seiner Mitte ist oder zu seiner Mitte findet, um ebenso glücklich zu sein.

© Loubins Way